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Presseinformation
Podiumsdiskussion im voll besetzten Audimax der Universität Mainz
Neue Entwicklungen in der Berufspraxis der TranslatorenMainz, 20. April 2001
Welche neuen Entwicklungen in der Berufspraxis der Übersetzer und Dolmetscher lassen sich feststellen? Über diese Frage diskutierten auf Einladung von Prof. Dr. Karl-Heinz Stoll, Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft der Universität Mainz, renommierte Vertreter aus Praxis und Lehre im voll besetzten Audimax der Universität Mainz. Dabei war der Einsatz neuer Technologien ebenso Thema wie z. B. die anglophone Globalisierung, die Fremdsprachenindustrie oder das Outsourcing. Eine für Übersetzer sehr erfreuliche Entwicklung ist die Entwicklung des Übersetzungsmarktes, gerade auch für die deutsche Sprache. Denn die internationale Geschäftstätigkeit deutscher Unternehmen schafft den weltgrößten Übersetzungsmarkt mit jährlich 30 Mio. Seiten; in der EU sind es 100 Mio. Seiten, weltweit 200 Mio. Kein Wunder, dass Prof. Stoll mit großem Optimismus in die Zukunft seiner Disziplin und seiner Studenten schauen kann: "Der Übersetzungsmarkt boomt!" Wem käme in Anbetracht der rasant zunehmenden Übersetzungsvolumina nicht der Gedanke an die schnellen und effizienten Helfer aus den Labors der Software-Entwickler? Schließlich ist die quasi automatische Übersetzung immer wieder für eine Schlagzeile gut — aktuell das Thema ‚mobile Übersetzung per Handy. Die Berufspraxis zeigt jedoch deutlich, dass diese Systeme noch lange nicht ausgereift sind und einem menschlichen Übersetzer im subtilen, flexiblen und kreativen Umgang mit der Sprache nicht das Wasser reichen können. Der Königsweg ist auch hier der Goldene Mittelweg, das Zusammenwirken von Mensch und Maschine. "Wir setzen zwar ein Maschinen-Übersetzungs-System ein, sehen diese aber nicht in Konkurrenz zum Humanübersetzer - allenfalls als Entlastung," meint auch Lothar Zimmermann, Leiter des Sprachendiensts der DaimlerChrysler AG in Stuttgart. Doch nicht nur die Übersetzungsvolumina steigen: "Die Erwartungen an die Qualität der Übersetzungen nehmen stetig zu," weiß Barbara Uecker vom Übersetzungsdienst der RWE-DEA AG, Hamburg, aus eigener Erfahrung. Dem kann Dr. Wolfgang Sturz, Inhaber und Geschäftsführer der transline Gruppe in Reutlingen und Generalsekretär des Transforum, nur zustimmen: "Von einem Übersetzer wird heute mehr verlangt als früher: größeres Technikverständnis, einen routinierten Umgang mit der EDV und vor allem ein hohes Qualitätsbewusstsein." Für einen Übersetzer aber, der diese Forderungen erfüllt, eröffnen sich auf dem Arbeitsmarkt ausgezeichnete Chancen. Aus diesen Entwicklungen ergeben sich klare Forderungen an die Ausbildung der zukünftigen Übersetzer. Dabei kann der Blick in die USA lohnen, wo bereits während des Studiums die spätere Berufspraxis im Mittelpunkt steht. Jeff Wood, Direktor des Career Development Office am Monterey Institute of International Studies, einer der angesehensten Ausbildungsstätten für Übersetzer in den USA, kann da seinen deutschen Kollegen sicher hilfreiche Tipps geben: "In Amerika bieten wir unseren Studenten schon während des Studiums ganz gezielt Kurse an, in denen wir sie auf die Arbeit als selbstständige freiberufliche Übersetzer - also als Unternehmer in eigener Sache - vorbereiten. Auch in den USA boomt der Markt übrigens. Denn sogar wir Amerikaner haben entdeckt, dass wir, wenn wir die Welt erobern wollen, mit Englisch nicht mehr sehr weit kommen." Beste Aussichten also für Übersetzer!
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Das Transforum ist ein Gremium von Repräsentanten der Translationspraxis und -lehre. Es hat das Ziel, den Informationsfluss zwischen Praxis und Lehre in beiden Richtungen zu fördern, um die Qualität von Übersetzungs- und Dolmetschleistungen zu optimieren.Das Transforum geht auf eine Initiative des so genannten "Schwerter Kreises" aus den 80er Jahren zurück und hieß zunächst und bis 1998 "Koordinierungsausschuss Praxis und Lehre" (KA). Seine Mitglieder wurden ursprünglich ad personam vom Präsidenten des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer e. V. (BDÜ) ernannt. Seit den 90er Jahren ist dieses Gremium keine Unter-Organisationseinheit des BDÜ mehr; gleichwohl gibt es weiterhin enge Kontakte mit dem BDÜ und anderen translatorischen Berufsverbänden.
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