Übersetzen – Studium (grundständig)

Überblick

Das Studium im Überblick

Das grundständige Studienfach Übersetzen vermittelt wissenschaftliche und praktische Grundlagen der Übersetzung: Hierzu gehören interkulturelle Kompetenz, Textanalyse und -produktion, der Umgang mit Fachsprachen, Terminologielehre und -praxis sowie der Umgang mit digitalen Werkzeugen in verschiedenen Kontexten des Tätigkeitsfelds. Ein Auslandsaufenthalt oder ein Praktikum sind zwar meist optional, es empfiehlt sich aber sehr, das vorhandene Angebot zu nutzen. Ein Interesse an Sprachen und Fremdsprachenkenntnisse sind unverzichtbar. Das Studium führt zu einem ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss.

Übersetzen kann man auch im Rahmen von Fernstudiengängen studieren. Daneben besteht die Möglichkeit, die rsetzerin oder Übersetzer abzulegen  oder eine [Weiterbildung] zu absolvieren.

In Bayern wird Übersetzen an Fachakademien für Sprachen und internationale Kommunikation studiert. Der Regelabschluss an diesen Fachakademien ist die staatliche Prüfung. Nach der staatlichen Prüfung kann z. B. über die Externenprüfung ein Bachelorabschluss erworben werden.

Studiengangsbezeichnungen

Beispiele:

  • Übersetzen
  • Übersetzungswissenschaft
  • Internationale Kommunikation und Übersetzen
  • Fachübersetzen
  • Translation
  • Mehrsprachige Kommunikation
  • Translation Studies for Information Technologies

Zugang/Anforderungen

Fachliche Anforderungen

Schulische Vorkenntnisse

Wichtige Schulfächer

Vertiefte Kenntnisse in folgenden Schulfächern bilden gute Voraussetzungen für ein erfolgreiches Studium:

Englisch, Französisch, weitere Fremdsprachen:

Mitbringen muss man gute bis sehr gute Kenntnisse der Fremdsprache, die man im Studium als erste Sprache wählen möchte. Für einige Studienprogramme muss man zumindest Grundkenntnisse in einer zweiten Fremdsprache nachweisen.

Deutsch:

Für das Studium werden meist muttersprachliche bzw. vergleichbare Kenntnisse vorausgesetzt. Wichtig sind schnelles Textverständnis, ein großer, differenzierter Wortschatz, exakte Formulierungen, Sicherheit in Rechtschreibung, Satzbau und Ausdruck sowie mündliche Sprachgewandtheit.

Studium

Studienfachbeschreibung

Studieninhalte

Im Bachelorstudiengängen zum Übersetzen werden die wissenschaftlichen und praktischen Grundlagen der Übersetzung vermittelt: Hierzu gehören Methoden des Übersetzens und Einblicke in die Vielfalt und Bedeutung von Übersetzungsprozessen und -produkten. Studiert wird mit mindestens einer so genannten Arbeitssprache, die zu Studienbeginn bereits gut bis sehr gut beherrscht werden muss. Zwischen dem Deutschen und der gewählten Arbeitssprache finden Übersetzungsübungen mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad statt, in denen Techniken der Textanalyse und -produktion eingeübt werden. Da Übersetzer und Übersetzerinnen mit Fachtexten arbeiten, gehören Terminologie und Fachkommunikation zu den Grundlagen des Studiums. Außerdem werden interkulturelle Kompetenzen vermittelt. Nicht zuletzt lernt man im Übersetzungsstudium verschiedene digitale Werkzeuge sowie deren Funktionsweisen kennen. Digitale Werkzeuge und KI (z. B. für die Terminologieverwaltung, die Textproduktion oder die Qualitätssicherung) gehören zum Berufsalltag in der Übersetzungsbranche. Die meisten grundständigen Studiengänge bieten die Möglichkeit, weitere Arbeitssprachen von Grund auf zu lernen oder aufbauend auf Vorkenntnissen auszubauen. Ein Auslandsaufenthalt oder ein Praktikum sind zwar meist optional, es empfiehlt sich aber sehr, das vorhandene Angebot zu nutzen.

Spezialisierung während des Studiums

Die meisten grundständigen Studiengänge vermitteln allgemeine Grundlagen mit einzelnen Möglichkeiten zur thematischen Vertiefung, z. B. im Bereich der  Medienübersetzung oder in einem Sachgebiet.

Historische Entwicklung

Etablierung des Fachgebiets

Als erste deutsche Ausbildungseinrichtung für Sprachmittler gilt das 1887 an der späteren Berliner Humboldt-Universität eingerichtete „Seminar für Orientalische Sprachen“ (SOS). Vor allem Beamte und Beamtinnen des Auswärtigen Amtes oder des Reichskolonialamtes nahmen an den Schulungen dort teil, aber auch Beschäftigte in der Außenwirtschaft und interessierte Journalisten und Journalistinnen. Die erste Institution für die Übersetzer- und Dolmetscherausbildung wurde 1928 in Mannheim von dem Schweizer Romanisten Charles Glauser konzipiert und 1929 von Curt Sigmar Gutkind unter dem Namen Dolmetscher-Institut gegründet. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wird der Begriff der Translation geprägt, der als Oberbegriff für die vielfältiger werdenden Tätigkeitsbereiche wie interkulturelle und barrierefreie Kommunikation, computergestütztes Übersetzen und Dolmetschen, Untertitelung, Softwarelokalisierung etc. steht.

Im Zuge der Internationalisierung von Politik, Kultur, Rechtsprechung, Sport, Medien, humanitärer Zusammenarbeit etc. und der Globalisierung der Wirtschaft ist der Bedarf an professionell und wissenschaftlich geschulten Übersetzern und Übersetzerinnen sowie Dolmetschern und Dolmetscherinnen kontinuierlich gewachsen. Das Berufsfeld und das Studium sind außerdem konsequent digitalisiert worden: Digitale Werkzeuge und KI gehören zum Arbeitsalltag. Die Translationsforschung hat in den letzten Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung gewonnen. Zuletzt sind gerade zu KI und maschineller Übersetzung wichtige Forschungsergebnisse erzielt worden, aber auch zu Bereichen wie der barrierefreien Kommunikation und der Gesundheitskommunikation , zur multimedialen Translation und zur Translationsgeschichte.

Frühere Studienabschlüsse

Vor der Einführung der gestuften Bachelor- und Masterstudiengänge führten Studiengänge im Bereich Übersetzen i.d.R. zum Diplomabschluss.

Studienbedingungen

Studiensituation

Auf folgende Bedingungen und Anforderungen sollte man sich einstellen:

  • Lehrveranstaltungen:während des Semesters in den Hörsälen und Seminarräumen der Hochschule Vorlesungen und Seminare besuchen; ggf. zu Hause an Online-Lehrveranstaltungen teilnehmen
  • Berufsbegleitendes Studium: unter der Woche tagsüber im Beruf tätig und in den Abendstunden oder am Wochenende an der Hochschule
  • Praktische Übungen: z. B. in Computerräumen die Arbeit mit Werkzeugen zur computergestützten Übersetzung oder zum Terminologiemanagement erlernen
  • Eigenständige Arbeit: Lehrveranstaltungen vor- und nachbereiten, in Bibliotheken recherchieren, Referate vorbereiten, Hausarbeiten anfertigen (auch in der vorlesungsfreien Zeit)
  • Wissenschaftliche Forschung: Fertigkeiten im wissenschaftlichen Arbeiten vertiefen
  • Organisation und Planung: das Studium eigenverantwortlich planen, vorgegebene Studienzeiten einhalten, Studien- und Prüfungsleistungen rechtzeitig erbringen (Selbstdisziplin und Organisationstalent erforderlich)
  • Berufsvorbereitung: ggf. Praktika absolvieren (z.B. bei Übersetzungsagenturen), Berufseinstieg vorbereiten

Lernorte

Das Studium findet an Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Fachakademien (nur in Bayern) statt.

Lernorte sind

  • an der Hochschule: Hörsäle, Seminar- und Übungsräume, Sprach- und Dolmetschlabore, Computerräume, Bibliotheken
  • zu Hause (z.B. Vor- und Nachbereitung der Lehrveranstaltungen, Anfertigen von Hausarbeiten; ggf. Teilnahme an Online-Lehrveranstaltungen)

Studium im Ausland

Um Teile des Studiums im Ausland zu absolvieren, gibt es eine Reihe von Förderprogrammen, z. B. die Erasmus-Förderung. In einigen Studiengängen sind Auslandsanteile fest integriert:

Kuba

Binationaler grundständiger deutsch-spanischer Studiengang "Translation im deutsch-kubanischen Kontext"

Hochschulen: Universität Leipzig, Universität Havanna

Abschluss: Bachelor of Arts (B.A.)

Weitere Informationen: Universität Leipzig: Bachelorstudiengang Translation (B.A.)

Tschechien

B.A. Interkulturelle Kommunikation und Translation Tschechisch-Deutsch (binational)

Hochschulen: Universität Leipzig, Karls-Universität Prag

Abschluss: Bachelor of Arts (B. A.)

Weitere Informationen: Universität Leipzig, Bachelor Translation und Kommunikation Tschechisch-Deutsch

Angebote ohne vorgegebenes Zielland

Der B. A. Internationale Kommunikation und Übersetzen der Universität Hildesheim hat ein verpflichtendes Auslandssemester, das entweder als Auslandsstudium oder -praktikum eingeplant ist  bzw. für die internationalen Vollzeitstudierenden umgekehrt auch die Möglichkeit für ein Inlandspraktikum oder ein Inlandsstudium bietet.

Im B. A. Mehrsprachige Kommunikation der Technischen Hochschule Köln muss ein obligatorisches Auslandssemester als Studium oder Praktikum absolviert werden. Der Studiengang wird auch in einer stärker internationalisierten Variante mit einer Studienzeit von 8 Semestern angeboten.

 

Studienangebote

Studienmöglichkeiten

Studienangebote

Studienangebote mit Übersetzungsbezug und Dolmetschinhalten finden Sie hier.

Duale Studienangebote

  • Hochschule Anhalt: https://www.studieren-studium.com/duales-studium/uebersetzen-und-dolmetschen/deutschland

 

Perspektiven

Berufs-/Tätigkeitsfelder

Mögliche Tätigkeitsfelder

Das grundständige Studium legt die Grundlagen für Tätigkeiten im Bereich des Übersetzens. Für das Übersetzen in Bereichen wie Medizin, Recht u. ä. sind Weiterbildungen empfehlenswert. Außerdem sind Tätigkeiten z. B. in der Technischen Redaktion (Erstellen und Optimieren von Fachtexten), im Terminologiemanagement (strukturiertes Erfassen von Wissensbeständen über terminologische Datenbanken), im internationalen Management, in der öffentlichen Verwaltung und im Bereich der interkulturellen Begegnung üblich.

Berufliche Einsatzmöglichkeiten

Im internationalen Umfeld bieten Unternehmen und Organisationen berufliche Chancen. Im Inland werden Übersetzungen und andere sprachmittlerische Dienstleistungen bei Unternehmen und in der Verwaltung gebraucht. Viele Kolleginnen und Kollegen arbeiten freiberuflich, aber in den letzten Jahren werden wieder mehr Stellen von Unternehmen, Organisationen und Behörden angeboten.

Das Berufsfeld der Sprach- und Kulturmittlung entwickelt und verändert sich ständig und umfasst längst mehr als "nur" Übersetzen. Nach wie vor werden Fachtexte, oft in Risiko- und Hochrisikobereichen, übersetzt, also technische oder medizinische Dokumentationen, Verträge, Geschäftsberichte, Marketinginhalte etc. Zugenommen hat der Bedarf im medialen Bereich, z. B. bei der Untertitelung von Serien, Filmen und Videos. Zusätzliche Aufgabenfelder eröffnen sich im Bereich der Entwicklung digitaler Werkzeuge und von KI.