Übersetzen – Studium (weiterführend)

Überblick

Das Studium im Überblick

Das weiterführende Studienfach Übersetzen vertieft die im grundständigen Studienfach und ggf. während einer Berufstätigkeit erworbenen Kenntnisse. In der Regel spezialisiert man sich auf einen Themenbereich, z.B. Fachübersetzen, Technische Redaktion, Softwarelokalisierung, Barrierefreie Kommunikation oder Medienübersetzen.

Das Studium führt zu einem zweiten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss.

Übersetzen kann auch im Rahmen von dualen Studiengängen und Teilzeitstudiengängen studiert werden.

Studiengangsbezeichnungen

Translation

Translationswissenschaft

Translation Science

Translatologie

Fachübersetzen

Translation Management

Literaturübersetzen

Softwarelokalisierung

Lokalisierung

Terminologie

Internationale Fachkommunikation

Medientext und Medienübersetzung

Barrierefreie Kommunikation

Post-Editing und Qualitätsmanagement

Duales Studium

Duale Studiengänge verbinden ein Studium mit einer fachlich verwandten beruflichen Tätigkeit bzw. mit studienbezogenen Praxisphasen in einem Betrieb.

Im weiterführenden Studienfach Übersetzen sind praxisintegrierende Studiengänge möglich.

Weiterführende Informationen sowie Suchmöglichkeit nach dualen Studiengängen:

AusbildungPlus

 

Zugang/Anforderungen

Fachliche Anforderungen

Zugang zum Studium

Voraussetzung für das Studium ist ein erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss oder ein äquivalenter Abschluss.

Im Regelfall sind Kenntnisse in der/den gewählten Fremdsprache/n (meist C1 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen) nachzuweisen.

Zugangsstudienfächer

Ein grundständiges Studium im Studienfach Übersetzen oder Dolmetschen ist nicht zwingend vorausgesetzt. Bei Nachweis der entsprechenden Sprachkenntnisse und ggf. dem Bestehen einer Eignungsprüfung ist ein Quereinstieg aus anderen Studienfächern vielerorts möglich.

Auswahlverfahren

Je nach Hochschule erfolgt ein hochschulinternes Auswahlverfahren. Auswahlkriterien sind z.B. Leistungen im ersten berufsqualifizierenden Studium.

Ggf. führen die Hochschulen Eignungsprüfungen durch, z.B. in Form einer Übersetzung eines Textes aus einer der gewählten Fremdsprache.

Studium

Studienfachbeschreibung

Studieninhalte

Das Masterstudium der Übersetzung baut auf vorhandenen sehr guten Sprachkenntnissen auf und vermittelt, ggf. abhängig von einem gewählten Schwerpunkt, vertiefte Kompetenzen in der Theorie und den Methoden der Übersetzung. Hierzu können z. B. Aspekte des Translationsmanagements gehören, in denen der Aufbau von Übersetzungsprozessen und Fragen rund um das Qualitäts- und Risikomanagement von Übersetzungen behandelt werden. In der Regel erfolgt eine Spezialisierung, z. B. aufs Fachübersetzen, Medienübersetzen oder in Übersetzungstechnologien. Unabhängig von einer gewählten Spezialisierung ist die Schulung im computergestützten Übersetzen (digitale Werkzeuge inkl. KI-Einsatz) spätestens im Master unerlässlich. Für Quereinsteiger bieten manche Studiengänge die Möglichkeit, Grundlagen, die sonst im Bachelor vermittelt wurden, gestrafft nachzuholen.

Die Praktikumsmöglichkeiten sind oft vielfältig, die Studiengänge unterscheiden sich je nach Hochschule darin, ob ein Praktikum optional oder obligatorisch ist. Auslandsaufenthalte werden im Rahmen des Studienprogramms in der Regel ermöglicht, in manchen Studiengängen ist ein Auslandsaufenthalt obligatorisch.

Historische Entwicklung

Etablierung des Fachgebiets

Als erste deutsche Ausbildungseinrichtung für Sprachmittler gilt das 1887 an der Berliner Universität eingerichtete "Seminar für Orientalische Sprachen" (SOS). Vor allem Beamte und Beamtinnen des Auswärtigen Amtes oder des Reichskolonialamtes nahmen an den Schulungen dort teil, aber auch Beschäftigte in der Außenwirtschaft und interessierte Journalisten und Journalistinnen. Die erste Institution für die Übersetzer- und Dolmetscherausbildung wurde 1928 in Mannheim von dem Schweizer Romanisten Charles Glauser konzipiert und 1929 von Curt Sigmar Gutkind unter dem Namen Dolmetscher-Institut gegründet. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wird der Begriff der Translation geprägt, der als Oberbegriff für die vielfältiger werdenden Tätigkeitsbereiche wie interkulturelle und barrierefreie Kommunikation, computergestütztes Übersetzen und Dolmetschen, Untertitelung, Softwarelokalisierung etc. steht.

Im Zuge der Internationalisierung von Politik, Kultur, Rechtsprechung, Sport, Medien, humanitärer Zusammenarbeit etc. und der Globalisierung der Wirtschaft ist der Bedarf an professionell und wissenschaftlich geschulten Übersetzern und Übersetzerinnen sowie Dolmetschern und Dolmetscherinnen kontinuierlich gewachsen. Das Berufsfeld und das Studium sind außerdem konsequent digitalisiert worden: Digitale Werkzeuge gehören zum Arbeitsalltag. Auch die Wissenschaft der Translation hat in den letzten Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung gewonnen: Zuletzt sind gerade zu KI und maschineller Übersetzung wichtige Forschungsergebnisse produziert worden, aber auch zu Bereichen wie der barrierefreien und der Gesundheitskommunikation, zur multimedialen Translation und zur Translationsgeschichte.

Frühere Studienabschlüsse

Vor der Einführung der gestuften Bachelor- und Masterstudiengänge führten Studiengänge im Bereich Übersetzen i.d.R. zum Diplomabschluss.

Studienbedingungen

Studiensituation

Auf folgende Bedingungen und Anforderungen sollte man sich einstellen:

  • Lehrveranstaltungen:während des Semesters in den Hörsälen und Seminarräumen der Hochschule Vorlesungen und Seminare besuchen; ggf. zu Hause an Online-Lehrveranstaltungen teilnehmen
  • Berufsbegleitendes Studium: unter der Woche tagsüber im Beruf tätig und in den Abendstunden oder am Wochenende an der Hochschule
  • Praktische Übungen: z. B. in Computerräumen die Arbeit mit Werkzeugen zur computergestützten Übersetzung, Post-Editing oder zum Terminologiemanagement erlernen
  • Eigenständige Arbeit: Lehrveranstaltungen vor- und nachbereiten, in Bibliotheken recherchieren, Referate vorbereiten, Hausarbeiten anfertigen (auch in der vorlesungsfreien Zeit)
  • Wissenschaftliche Forschung: Fertigkeiten im wissenschaftlichen Arbeiten vertiefen
  • Organisation und Planung: das Studium eigenverantwortlich planen, vorgegebene Studienzeiten einhalten, Studien- und Prüfungsleistungen rechtzeitig erbringen (Selbstdisziplin und Organisationstalent erforderlich)
  • Berufsvorbereitung: ggf. Praktika absolvieren (z.B. in Sprachendiensten von Unternehmen oder Organisationen wie der EU oder bei Sprachdienstleistern), Berufseinstieg vorbereiten (Infos aus der Berufspraxis, z.B. Berufsverbände, einschlägige Foren im Internet)

Lernorte

Das Studium findet an Universitäten und Fachhochschulen statt.

Lernorte sind

  • an der Hochschule:Hörsäle, Seminar- und Übungsräume, Computerräume, Sprachlabors, Bibliotheken
  • zu Hause(z.B. Vor- und Nachbereitung der Lehrveranstaltungen, Anfertigen von Hausarbeiten; ggf. Teilnahme an Online-Lehrveranstaltungen)

Studienangebote

Studienmöglichkeiten

Studienangebote

Studienangebote mit Übersetzungsbezug und Dolmetschinhalten finden Sie hier.

Duale Studienangebote

Internationale Hochschule SDI München

  • MA Translation Management

Perspektiven

Berufs-/Tätigkeitsfelder

Mögliche Tätigkeitsfelder

Ein klassischer Tätigkeitsbereich liegt in der Fachkommunikation: Dazu gehören die technische Redaktion (mehrsprachiges Erstellen und Optimieren von Texten fachlichen, insbesondere technischen Inhalts), das technische Fachübersetzen (situations- und funktionsangemessene, zielgruppengerechte Übertragung technischer Inhalte zwischen den Arbeitssprachen) und die Terminologie (strukturiertes Erfassen von Wissensbeständen über terminologische Datenbanken).

Von zunehmender Bedeutung sind Tätigkeiten im Bereich der Medien. Hierzu gehören die klassischen Medien (Radio, Fernsehen, Verlagswesen), aber auch bereits etablierte und sich neu entwickelnde Berufsfelder in den neuen Medien. Je nach Schwerpunktbildung sind dies beispielsweise Tätigkeiten in der Werbung, in sozialen Netzwerken, bei kleineren wie größeren Internetdiensten, im Videospielebereich oder im Bereich der Barrierefreien Kommunikation (Sprachmittlung für Personen mit Kommunikationseinschränkungen.)

Nicht zuletzt befähigt das Masterstudium je nach Schwerpunkt zu Tätigkeiten im Bereich des Translationsmanagements (Gestaltung auch komplexerer Übersetzungsprozesse, oft mit Unterstützung digitaler Hilfsmittel) und der Translationstechnologie (Datenkuratierung, Entwicklung von Managementwerkzeugen, Optimierung von KI-Systemen).

Berufliche Einsatzmöglichkeiten

Typische Berufstätigkeit nach dem Studium

Im internationalen Umfeld bieten Unternehmen und Organisationen berufliche Chancen. Im Inland werden Übersetzungen und andere sprachmittlerische Dienstleistungen bei Unternehmen, Gerichten, Behörden, der Polizei und Kommunen gebraucht, also überall dort, wo es um Teilhabe und Integration geht. Viele Übersetzerinnen und Übersetzer arbeiten freiberuflich, aber in den letzten Jahren werden wieder mehr Stellen von Unternehmen und Behörden angeboten.

Das Berufsfeld der Sprach- und Kulturmittlung entwickelt und verändert sich ständig und umfasst längst mehr als "nur" das klassische Fachübersetzen. Nach wie vor werden Fachtexte, oft in Risiko- und Hochrisikobereichen, übersetzt, also technische oder medizinische Dokumentationen, Verträge, Geschäftsberichte, Marketinginhalte etc. Daneben hat der mediale Bereich an Bedeutung zugenommen: Es werden Filme, Serien oder Marketingvideos untertitelt, Software und Videospiele lokalisiert, in Kunst und Theater Aufführungen übersetzt. In der Barrierefreien Kommunikation geht es zum Beispiel darum, Audiodeskriptionen für visuelle Inhalte zu erstellen oder komplexe Texte in Einfache oder Leichte Sprache zu übertragen.

Die Sprach- und Kulturmittlung ist Teil eines Prozesses, der je nach Fachgebiet ganz unterschiedlich sein kann. Zu diesem Prozess gehören Projektmanagement, die Gestaltung von Übersetzungsprozessen, aber auch die Beratung und Planung, welche digitalen Werkzeuge eingesetzt werden können, oder die Entwicklung solcher Werkzeuge (z. B. von Systemen für die maschinelle Übersetzung). Im weiteren Umfeld geht es um die Sprachtechnologie, wie z. B. die Entwicklung von Werkzeugen zur Arbeitserleichterung und zur Steigerung von Effizienz und Produktivität. Neben den sprachlichen und kommunikativen Fähigkeiten sind auch IT-Kenntnisse und organisatorisches Talent gefragt.

Es gibt also viele Möglichkeiten, die eigenen Stärken einzubringen und im beruflichen Umfeld seinen Platz zu finden.